Mittwoch, 4. Januar 2012

Strukturen, die ich nicht erzeugte

Durch J. (Danke! :) )inspiriert, gelangte ich zum Online-Zeichenprogramm Harmony - hier ein paar Skizzen, die in der Unibibliothek entstanden - dementsprechend auch ohne Zeichntablett und mit anwesenden Objektvorlagen bzw. Hand-auf-den-Bildschirm-legen.


Sonntag, 1. Januar 2012

Strukturen - sozial, produktiv und meditativ-wiederholend

Weihnachtsferien.
"Nicht zuletzt darum steht vorweg das, was ich außerhalb der umzirkelten Arbeitszeit tue, nicht im strikten Gegensatz zu jener." (Th. W. Adorno, Freizeit, in Kulturkritik und Gesellschaft, S. 647)
Vorlesungsfreie Zeit als eine Nicht-Uni-Zeit (der Wahrheitsgehalt dessen ist anfechtbar, was mir jeder Textilstudent bestätigen wird, aber aber die Zeit definiert sich ja hauptsächlich durch die Abwesenheit des Unimediums Vorlesung bzw. Seminar, nicht von der inhaltlichen / Schreib- Beschäftigung) 
("Allerdings bin ich dessen mir bewusst, dass ich als Bevorzugter spreche, mit dem Maß an Zufälligkeit und Schuld, das darin liegt; als einer, der die seltene Chance hatte, seine Arbeit wesentlich nach den eigenen Intentionen auszusuchen und einzurichten" (Adorno, ebenda.) - man darf die Freiwilligkeit dieser Nicht-Freizeit also nicht vergessen.)
Mit dem Bild oben thematisiere ich also das produktive Schaffen, das nicht im Gegensatz zur nicht-Freizeit, also Arbeit bzw. Uni steht. "Produktive Freizeit wäre möglich erst mündigen Menschen, nicht solchen, die unter der Heteronomie auch für sich selber heteronom geworden sind." (der coole Adorno, S. 652)
Aber ist das denn wirklich so? Wie ist mein Blick hier durch irgendwelche soziale Strukturen verstellt? (Wobei hier sichtbar die Kamera als Filter bzw. Brillenglas eingesetzt ist)
Der lustige Mensch mit Herz, der nicht nur die Strukturen reproduziert (blablabla) - mein erster Strukturenversuch.
Man sieht vielleicht, das sich wiederholende Muster dieser Bilder ist eben das Muster, eine Struktur neben der versuchten wiedererkennbaren Abbildung.
Meine anfängliche Intention war hier, gegen einen typischen Fokus beim zeichnerischen Arbeiten zu arbeiten: sonst beschäftige ich mich gerne lange mit der Herausarbeitung z.B. der Augen, dem "Schönen", wichtigen, der Rest wird nur mit Strichen angedeutet. Struktur von Flächen wird vom Original übernommen.
So wollte ich brechen, indem ich die bedeutungslose Farbfläche füllte, mit (ebenso bedeutungsloser) nicht-Flächigkeit. Die Haupt-Arbeitszeit geht hier auf ein rein ausführendes Striche-Setzen, was den Blick auf die Objektvorlage gar nicht mehr verlangt. So ist es erstellen von
Struktur, ausführende meditative Produktion neben der Reproduktion und Erzeugen von angepasster Ähnlichkeit.

Doch: "Unter den herrschenden Bedingungen wäre es abwegig und töricht, von den Menschen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie in ihrer Freizeit etwas Produktives vollbrächten; denn eben Produktivität, die Fähigkeit zum nicht schon Dagewesenen, wird ihnen ausgetrieben. Was sie dann in der Freizeit allenfalls produzieren, ist kaum besser als das ominöse Hobby, die Nachahmung von Gedichten oder Bildern, die unter der schwer widerruflichen Arbeitsteilung, andere besser herstellen können als die Freizeitler. Was sie schaffen, hat etwas Überflüssiges. Diese Überflüssigkeit teilt sich der minderen Qualität des Hervorgebrachten mit, die wieder die Freude daran vergällt." (Adornolein, S. 651)
Muster als ständige Wiederholung. auch erscheinen mir manche "meiner" Produkte (wie dieses Bild eines Weihnachtsbaumes, was schließlich nach den ganzen Tuschespritzereien und Finelinerlinien entstand) wie eine Kopie bestimmter Ikea-Designs oder diversen Kulturindustrie-Dekorationen.

Aber,
ABER:
"Wann immer das Verhalten in der freien Zeit wahrhaft autonom, von freien Menschen für sich selbst bestimmt ist, stellt Langeweile schwerlich sich ein; dort ebensowenig, wo sie ihrem Glücksverlangen ohne Versagung folgen, wie dort, wo ihre Tätigkeit in der freien Zeit selbst vernünftig als ein an sich Sinnvolles ist. Noch Blödeln bracht nicht stumpf zu sein, kann selig als Dispens von den Selbstkontrollen genossen werden." (Typ, S. 650).

Montag, 26. Dezember 2011

ENGLAND | OXFORD | Schatten von Oxford

Zeit geht vorbei und wird zu einem Schatten.
Schatten sind nur die Umrisse von den Dingen, ihre Details werden unsichtbar - 
so wie man zurückliegende Zeiten langsam vergisst.
Wie auch meine nun vergangene Reise nach Oxford.
Aber: Schatten können auch ganz eigenständige Wesen in der Welt sein.
So hier ein paar Bilder von mir, suchend, festhaltend.
...mir sehr ähnlich. So finde ich mich in den anderen Schatten wieder. 
Sie gehen an der Christ Church vorbei...
 gehen durch Tore an der Bodleian Library,
...viele Autos parken bei der Christ Church. Und eine andere Art der Spur von Anwesenheit.
Halt sie fest!

Sonntag, 25. Dezember 2011

weihnachten.

Weihnachtstage!
Das bedeutet: Verwandte besuchen, am Tisch sitzen und Essen genießen, die Strukturen des Raumes genauer betrachten und den Beschenkten beim Auspacken zuschauen sowie den spielenden Kindern.
(die gezeichnete Person ist in Wirklichkeit sehr schlank!)
und es bedeutet neben dem Zuschauen auch MACHEN.
mitmachen und miteinander machen.
auf diesem Bild sieht man Abwischspuren von der Acrylfarbe, mit der wir Gips-Weihnachtsbaumkugeln anmalten, Abdrücke der Schokotaler, die wir aßen und außerdem malte mir der Abgebildete einen Fußball auf das Bild (weil er mir keinen ganzen Fußballer malen wollte, obwohl er doch so viele Poster von ihnen hat. Er bekam von mir das Bayern-Logo auf eine Kugel gemalt.).

Da ich bei Facebook nicht dazu kam (Absicht? Versehen?) - und da Weihnachten schön ist, einmal
Frohe Weihnachten
von mir
an alle.
Mit einem bei-Oma-auf-dem-Kaminsims-Geschenk-Bild-Gesichtsausdruck (was allerdings nicht an einem solchen Ort zu finden ist).

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Schnitt!

so fing alles an. die zwei detektive und der polizist standen vor dem tor und wollten wissen, was denn dahinter sei. so beginnt denn die spannende geschichte.
ja, dann gehen wir mal an den teufeln vorbei und schauen uns die menschen an!
oh okay, dann wissen wir ja bescheid! dann kann man sich jetzt ja frohen mutes verabschieden.

Montag, 19. Dezember 2011

ENGLAND | OXFORD | Blick nicht von unten

VON OBEN AUF ENGLAND
konnte ich blicken.
 und was sieht man von da oben?
etwas, das aussieht wie bei dem "wanderer über dem nebenmeer" von caspar david friedrich.
doch: wenn man genauer hinschaut, ist es gar kein meer! (wie auch beim cdf-bild)
aber romantisch bleibt es.
über den Wolken... (der Rest ist bekannt)
muss der Ausblick wohl grenzenlos sein
übrigens, auf eine andere Art und Weise sieht man dies hier:
die Eisblumen.
Und zu einer Tageszeit und ohne Wolken sieht man London dann auch mal so:
jaja, es war schön, zu fliegen.
(über diese bilder bin ich schon ein klein wenig glücklich, da mir fotos aus dieser perspektive anfang des jahres geklaut wurden und ich sie sehr vermisste. außerdem war es mein erstes mal in einem Linienflieger mit einer großen Kamera:) ...schade, dass solche Bilder in der Populärkultur nicht so verbreitet sind wie die von z.B, Rosen - wahrscheinlich doch zu ungewohnt. Nebenbei ein wirklich tolles Lied: "Flucht nach Oben" von Sophie Hunger)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Collage / Negativ / Positiv

Wenn man etwas anblickt, 
kann man die dunklen Stellen sehen,
oder man kann die hellen Stellen sehen
und aus diesen sein Bild formen
Man kann das betrachten, was das Licht auslässt
oder was es hervorhebt.

Eine Kunst ist es, beides zu verbinden - denn für gewöhnlich sieht man nur die dunklen, unbeleuchteten Stellen.
Übrigens Bilder entstanden in einem Zimmer bzw. in einer Kneipe.
(beim letzteren war der Blick leider doch für beide Seiten unbeleuchtet.)

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der gestirnte Himmel über uns

Das sind "wir alle" mit dem "gestirnten Himmel über uns.
Also: Fotos von nachts am Deich - ein paar der Mitmenschen der Philosophiefahrt nach Iffens (am Jadebusen) WiSe2011 fanden den Weg dorthin durch Wind und Dunkelheit (und ich probierte ein paar High-ISO und Langzeitbelichtungssachen aus. 8 Sekunden.)
außerdem war mein selbstgewähltes Projektthema für das Wochenende "Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir" - wie auch schon mehrfach auf diesem Blog zu finden ist.
gemeinsam...

...und einzeln
aber nicht einzeln, sondern mit sich selbst. (Foto von D. gemacht, nicht von mir:) )

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Zeichenabend die 1ste

Mein erster Zeichenabend. (okay, das letzte bild ist vom zweiten) Treffen mit netten Leute und Zeichnen.
Übrigens offen für alle: http://sketchol.blogspot.com/