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Mittwoch, 18. Juli 2012

Steine bei Wiesen der Uni betropft

Prinzenpark!
Vor einem Jahr gemachte Lochkamerabilder. Heißt: Sind durch nichts als einen Schuhkarton mit Loch und Fotopapier und anschließend Chemiespritzereien entstanden. Beim Aufräumen wiedergefunden. Sollten in die Abgabemappe, kamen sie aber nicht rein... ups
ich mal wieder. und meine sonnenbrille.
die bilder oben wurden bei photoshop invertiert, dies ist ein negativ, wie es aus der kamera kommt. farben sind original, ließ es etwas in der sonne liegen. chemiegramm.
Hier auch nochmal das originale Negativ.

Abgelegt in irgendeinem Trockenschrank in der Kunst.

Donnerstag, 9. Februar 2012

he's got brains

Wenn hingegen das flache Abbild durchleuchtet wird, kommt der Inhalt zum Vorschein.
(Gehirn-Assoziation entsteht zufällig, der Weg dahin sind zugeschnittene Taschentücher, die auf Fotopapier belichtet ein Fotogramm ergeben, modellierende Kontur und rauchig überlagernde Schichten sind medialer Vorteil auf die sonst flächige Scherenschnitttechnik. Die Bilder mit hellem Hintergrund sind mit Photoshop invertierte Positive. Unten mein chemieexperimentierendes Modell M. (beschäftigt sich gerade mit Fotopapier im Fixierer) - spontane Skizze auf Serviette im ach-so-detailsichtbarkeitsfördernden Dunkelkammerrotlicht.)

Betrachter

An den Betrachter:
Heute hatte ich einen kurzen Glücksmoment aufgrund einer runden, hohen Zahl: 10000. Nein, das hat natürlich nichts mit Geld zu tun, was sie bezeichnet ist die Zahl der Seitenaufrufe dieses Blogs. Viele Menschen haben also schon auf einen kleinen Facebooklink geklickt oder bei google bilder Wörter wie "faust" eingegeben und sind so zu mir gekommen, wunderbar. Ich freue mich, dass ich Menschen erreiche und ich freue mich besonders über die, die mir vielleicht mal ein Kompliment gemacht haben, das zeigt mir, dass ich in einer Welt lebe und dass diese auch freundlich ist, danke!.
Was ich hier zeige, sind nicht nur Bilder etc., Werke, die ich mal gemacht habe, sondern auch Zusammenhänge. Das kann einfach eine Bilderreihe sein oder ein Zitat, Kommentar etc., der im Bild ein bisschen Bedeutung produziert. Auch erkläre ich gerne, wie etwas entstanden ist, da manches durch die Kenntnis um die Technik "lesbarer" wird (ob es das sein muss, ist eine andere Frage! Aber das Medium ist die Botschauft etc. pp.). Was ich aber vor allem tue, was aber wohl kaum jemand lesen kann: Der Blog ist mein Tagebuch. Natürlich nicht explizit, aber ich schreibe hier neue theoretische wie praktische Erkenntnisse, aber auch Ärgerlichkeiten oder Schönes rein, etwas, was mein momentanes Leben gerade beschreibt - wenn auch nicht offensichtlich - in der Kontextualisierung nur für mich versteckt.
Da ich aber natürlich weiß, dass viele einfach nur die Bilder angucken, und gar nicht alles lesen (was nicht schlimm ist, wie gesagt - vieles mache ich davon für mich) - hier einmal mein erster Versuch Bilder, die nicht sofort "lesbar" sind wie Blumenfotos, ohne Kontext hier hereinzustellen. also: produce your own bedeutung - alle Macht dem Betrachter! Vollendet "mein Werk". Vor allem - die Bedeutung ist nie nur die, die ich ihnen gebe - jeder liest Bilder anders. Z.B. sah jemand in dem zweiten Bild von oben ein Kissen hinter Gefängnisstäben, jemand anders Giraffenhälse und ich selbst sehe einfach nur negative Strick- und Webteile, partiell belichtet - wohl einfach, weil ich bei der Entstehung dabei war und nicht rätsele, was dargestellt ist. Außerdem bin ich beim Bilderanschauen nicht unbedingt für gegenständliche Assoziationen, aber das kann ja jeder selbst entscheiden.
die technische Herstellungsinfo: Fotogramme und teilweise auch Chemigramme aus dem Fotolabor, heißt: Krams, den ich gerade in Reichweite hatte, wie Schal, Taschentücher, Geldstücke, meinen Kopf und meine Finger und auch zugeschnittene Taschentücher - aufs Fotopapier gelegt und mit spritzigem Chemieauftragen entwickelt.
Aber immer: ich schreibe mich in das "Werk" ein - hier durch direktes Handauflegen. Wie "Ihr" die Spuren lest, ist Euch überlassen - was bleibt, ist mein Fingerabdruck am Tatort. (ein Satz, der jetzt schon wieder viel zu viel Kontextualisierung ist...) Viel Spaß!

Samstag, 17. September 2011

Zwei auf einem Bild

Ich las gerade das Buch "Zwei an einem Tag" zu Ende (also, ich möchte mich davon distanzieren, Liebesgeschichten zu lesen, da ich nichts zu kompensieren habe, aber: Nick-Hornby-Style:) ) und: das Cover zeigt die Silhouetten von einem mann... und einer frau (wer's nicht kennt: z.b. hier: http://media.buch.de/img-adb/20815410-00-00/zwei_an_einem_tag.jpg zu sehen.)
Aber: da ich mich wie gesagt eigentlich von solchen abhängigkeiten distanziere (trotzdem: <3 zu m.), reicht es für mich, MICH, also meine Silhouette zweimal auf dem "Cover", auf dem Papier zu haben.
Deshalb: ein paar ausgekramte Fotogramme, auf denen ich jeweils 2 x mein Gesicht auf das Fotopapier gelegt und also doppelt belichtet habe. Von einem schönen Nachmittag mit L. und Y. im Fotostudio:)
Manche sind invertiert, also schwarz und weiß umgekehrt -also das Gesicht schwarz und die Umgebung weiß:

Freitag, 21. Januar 2011

Eigenhändig.

Nach dem ich das Licht geküsst habe (voriger Post), habe ich es jetzt einfach mal angefasst.
Denn das Thema ist das gleiche wie beim vorigen Post: Spielereien mit Entwicklerflüssigkeit bei analoger (kameraloser) Fotografie. Eine durchsichtige Hand mehrfach belichtet, fleischliche Hand in den Entwickler und drauf, dann den Rest auch entwickeln. Ist von Nahem übrigens (klick) ziemlich cool, die Details meines Alters bzw. der Hautstruktur zu sehen.
(Wer Barthes' "helle Kammer" kennt, darf wegen des ersten Satzes von dem Eintrag jetzt lachen.)

Donnerstag, 20. Januar 2011

Küss das Licht

Also ich steh ja nicht auf romantische Motive, also hier eine rein technisch motivierte Erklärung: lichtempfindliches Fotopapier macht man nach dem Belichten in den Entwickler und dann wird das, wo Licht draufgekommen ist schwarz - je nach Lichtintensität. Dann wässert man das und macht's in den Fixierer usw.
Der Mund: Ich hatte gerade wetterbedingt Labello benutzt und das dann einfach mal ausprobiert. Denn: Fett und Wasserzeug vertragen sich nicht, und der Entwickler ist wasserähnlich. Deswegen kann er eingecremtes nicht entwickeln, auch wenn es erleuchtet ist. Punkt.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Ich bin "entindividualisiert". ausgeraubt und unsichtbar

Zur Einleitung muss ich von einer Sache berichten, die momentan ziemlich stark meine Stimmung beeinflusst - und zwar ins negative. Mir wurde gestern in der Uni mein Netbook geklaut. Und zwar mit allen Daten darauf. Nein, ich habe sie nicht woanders gesichert.
Ich lade hier zwar sowieso nicht oft etwas hoch, aber viele Fotos usw. wird es jetzt hier wohl nie zu sehen geben. Die Bilder jetzt habe ich gestern gemacht, da sie aber mit Chemikalien (Entwickler, Fixierer), Pinseln, Händen und Licht und einer Menschenfigur auf Fotopapier entstanden sind, sind sie nicht weg. Die tolle neue digitale Produktionstechnik wurde mir also zum Verhängnis und muss auf die guten alten handfesten und analogen Arten zurückgreifen.
Die Optik des Blogs will ich jetzt mal kurz ändern - jemand hat mal über meine Sachen gesagt, dass sie ständig so einen "Spielzeugcharakter" hätten. Bunt ist meine Stimmung nicht, also gibt's jetzt etwas passenderes - wenn auch der Bastel-Charakter bleibt.
Zum Motiv. Gläserner Mensch. Entindividualisierung. Und, ja, Zerstörung.
Mir wurde etwas gestohlen, was mir unglaublich viel bedeutet. Wo ich viel Zeit reingesteckt habe. Ach ja, und für das Netbook an sich habe ich auch noch viel gearbeitet. Und im Supermarkt bekommt man nicht viel pro Stunde. Der Dieb hat sich materiellen Wert geholt, sogar weniger, als der materielle Wert für mich in dem Computer steckte, da er nur ein wenig Adrenalin aufwenden musste. Aber er wird nichts davon merken. Vielleicht wird er kurz schauen, was für Daten auf dem Netbook waren, dann denken: "Ah, irgendsoeine Kunststudentin" oder "irgendsoein Mädchen" usw. Dann wird er (ich unterstelle dem Dieb eigentlich keine Männlichkeit, rein Artikel-Genus-mäßig) meine Daten löschen und das Netbook relativ billig verkaufen oder selbst verwenden, wohl eher billig verkaufen.
Beim Fischfang werden 16x so viele (vielleicht auch 17, ich weiß es nicht mehr, die Notizen sind gestohlen worden) Fische in den Netzen gefangen, wie später verkauft werden sollen. Der Rest stirbt und wird weggeworfen. Leben wird verschwendet, um einfacher an Geld zu kommen als mit anderer, freundlicherer Arbeit. Und so ist es mit Diebstahl. Dadurch, dass man das Leid nicht sieht, das man verursacht, denkt man: ist ja nicht so schlimm und hey, cool: ich hab ganz einfach dieses coole Ding hier!! (genauso ist es natürlich auch, wenn man Fleisch ist, da man das Leid, das Töten etc. nicht mitbekommen hat.) vergisst aber, dass man viel mehr genommen hat, als man in den Händen hält. Man könnte es natürlich auch nicht "in den Händen halten", da es alles Sachen sind, die nur für mich ideellen Wert haben.
Mir wird durch den Vorfall bewusst, dass ich für viele viele andere Menschen kein Individuum bin. Nur Beutequelle. Und das meine ich mit Entindividualisierung - dass ich nur irgendein kleiner Teil der Masse bzw. Gesellschaft bin. Und nur noch in meiner Materialität bestehe. Denn alles andere ist für die Anderen unsichtbar.
(Mit Kant könnte man es vielleicht so sehen, dass ich nur noch "den gestirnten Himmel über mir" sehe - und mir klar wird, dass man von außen nicht in mich hinein (eher hindurch, sie Fotos) schauen kann, bzw. ich zwischen den ganzen Körpern gar nicht auffalle.)


ach, und jetzt noch ein paar weitere ganz individuelle Chemiegramme.