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Freitag, 7. September 2012

KKK (Konstruktion: Kleid, Körper)

Hussein Chalayan, Martin Margiela, Issey Miyake. Drei Designer. Erstelle gerade ein paar Bildern zu ein paar Designern (oder auch ein paar mehr) für's Studium, hier mal ein bisschen, was bei rumkommt. Da ich gerade nicht theoretisieren will nur kurz: Es geht um Konstruktion - und natürlich Dekonstruktion, da wir designenden ja alle studiert haben - von Kleidern. Nähen? na ja okay, das ist auch eine technische Art von Konstruktion. Körper - dreidimensionale Gebilde - kann man aber auch durch anderes konstruieren, wie z.B. durch Falten bei Issey Miyake. Und Chalayan konstruiert einfach mal wie ein Techniker oder Architekt, er benutzt z.B. das gleiche Material wie von Flugzeugen für sein Aeroplane Dress. Neukonstruieren kann man auch durch altes, recycletes, schon konnotiertes und gebrauchtes Material wie Margiela es tut, der macht aus Socken Pullover und noch alleilei andere Späße, so wie ich gerade anscheinend aus Muffinförmchen ein Kleid zusammensteckte, aus Pinseln Armbänder mache oder die anderen Sachen wo ich immer sehe, dass Blicke von Fremden erst einmal drei Sekunden hängen bleiben. Aber: Konstruiert werden nicht nur Kleider von Menschen mit ihren Händen, jedenfalls nicht nur unmittelbar. Das Kleid selbst konstruiert auch: und zwar Körper. Sein es durch die Form, Silhouette, die wie beim altmodischen Korsett sogar einquetscht oder die einfach nur Rundungen betont oder kaschiert oder sei es durch die abstrakte, eckige Form, die irgendein Dreiecksgebilde dem Körper überlegt. Und den Menschen als Träger verortet es. Und jetzt kommt es, der Satz der kommen musste: Die Konstruktion von Geschlecht. und natürlich einigem anderen, dass uns auferlegt wird. Ob darunter eine "tabula rasa" (in etwa leere Tafel, wie ein leeres, unbeschriebenes Blatt) liegt - och, keine Ahnung. Ich kann es nähmlich gar nicht runterkonstruieren, es geht ja unter die Haut.

Montag, 16. Juli 2012

Geschmack

BRAVO
(und jetzt: ein kleiner Tagebucheintrag aus Datumsanlässen. Einjähriges.)
Die Theorie und die Praxis.
Für mich untrennbar.
Die Theorie - seien es Konzepte, Begriffe, Bücher, das Schreiben das Denken. Die Praxis - sei es was mit den Händen gemachtes, Fotografiertes, Geschriebenes, Gesprochenes oder Gelebtes. Wobei diese Begriffe gar nicht aufzuschlüsseln sind, beides ist verbunden. Ebenso würde ich niemals sagen, ich hätte Hobbys nur neben der Uni, da es mir sehr wichtig ist, mein ganzes Leben so zu gestalten, dass es zu jeder Tageszeit möglichst freiwillige, autonome Gestaltung ist - deswegen mein häufiger Satz, dass ich "aus Spaß" studiere.
...Letztes Jahr war ich das vierte Mal in einem Fach Erstsemester. Heute bewarb ich mich für noch ein weiteres Fach, sodass es dann hoffentlich insgesamt vier sind.
Jetzt übertreibt sie!
...Mitte Juli.
Heute vor einem Jahr bewarb ich mich für Materielle Kultur.
Und zwar mit diesen Bildern (unter anderem).
BRAVO GIRL
Nacktheit, Selbstdarstellung, Inszenierung, Offenheit, Entblößung, Peinlichkeit, Künstlichkeit.
Neon
Suche nach Stil. Stilmerkmalen, Gruppen, Szenen, Schichten. Geschmack, Wahrnehmung, Design. Zusammenhänge. Und vor allem: die eigene Mode, die eigene Zuordnung.
Junge Welt
Über dieses Projekt: Die Basis ist die Frage nach Mode. Und Geschmack. Und Gruppen. Und wie das alles entsteht sowie die Wechselwirkung untereinander. Und das Schöne - das frage ich mich immer noch im Studium, finde viele Begriffe dafür - genau das bietet mir also der Studiengang. Heute also eine Hommage an Materielle Kultur und ein Brief mit vielen impliziten Herzchen. Ein zu Hause, wie als wenn sich ein Kreis schließt, das hat was mit Kindheit, Pubertät und Studiengangwechseln zu tun, aber das ist eine andere Geschichte.
Begriffe. Normen. Nicht nur "was ist schön" ist zwar subjektiv, entsteht aber nicht einfach so, sondern wird auch ein wenig gebildet, reproduziert, übernommen. Auf jeden Fall brauchen wir die Sinneseindrücke für diese Werte.
... Zeitschriften! Modezeitschriften! Bravo, Bravo Girl. Aber auch die Junge Welt und die Neon. Zeitschriften für Zielgruppen. Und wie ist es umgekehrt? Werden Zielgruppen durch Zeitschriften gebildet? Und wie offen ist die Perspektive?
Junge Welt
Habitus. Vielleicht fing alles an mit dem "Unterschichtenfernsehen"-Seminar 2010...
BRAVO GIRL

Körper, Haltung, Haut, Haar, Oberfläche. Konstruktion, Schönheit. Blick.
BRAVO
Und immer wieder diese zitierte Populärkultur.
Nebenbei: aus Zeitschriften bzw. einer Zeitung ausgeschnittene und zusammengeklebte Brillen. Form dieser, Tragehaltung, Styling etc. versucht der Zielgruppe angepasst. Eigene Fotografien. Juli 2011.

Donnerstag, 26. April 2012

Hoch- und Niedrigkultur

Angeregt von einem schönen Seminar zu Georg Simmel's Ästhetik - wie schön es ist, vom Leben ausgehend, auch die angebliche Niedrigkultur einzubringen! Das ach so akademische Feld der Universität, welches die teilweise selbst ernannte Elite fortbildet, will ganzheitlich ohne den Einbezug der als nur die banale Funktion und nicht die von materieller Notwendigkeit losgelösten Form gestaltend gesehene Alltags- oder sogar Niedrigkultur bilden?
Was sagt mehr über die Gesellschaft aus - eine Analyse von unzugänglichen, teuren Werken von Künstlern wie Gerhard Richter oder in den Massenmedien präsente Popkünstler wie Lady Gaga? Eine Hierarchie der Künste aufzustellen will profilieren und vernachlässigt, wie diese Niedrigkultur gerade durch diese Hierarchisierung (und auch den Kapitalismus etc. :) ) entsteht und notwendig zur höher positionierenden Abgrenzung ist.
Natürlich ist die Aufwertung der Untersuchung der Relevanz - nicht unbedingt der Schönheit -angeblichen Niedrigkultur nur wichtig, wenn man sich theoretisch mit Gesellschaft, Ästhetik, Geschmack auseinandersetzt, nicht aber wirklich für die Frage nach Schönheit, durchdachte Schönheit. Trotzdem: keine Angst vor schreienden Farben und Massenkonsumskultur:) 

Meine Hommage an die Kulturwissenschaft: Ein erstes selbstgemachtes "Schmuck"Stück: bunte Kinderknete, Nagellack, Draht und Ohrringhänger sind die Zutaten. (Aber auch ich muss mich persönlich von ein paar der darin vermittelten Werte abgrenzen: Wie z.B. Fleischkonsum etc., aber darum geht es hierbei jetzt nicht.).

Freitag, 18. November 2011

Papiertheater. Komm mit, Moritz!



"Komm mit, Moritz" - ein Kinderbuch von Dieter Wiesmüller, als Papiertheater.
Ein Semesterprojekt in einem Kunstseminar, zusammen mit A. konzipiert, gebaut, gebastelt, geprobt und aufgeführt. Stand jetzt bis Dienstag in einer Ausstellung (Schwellengänge, KiBuM) in der Artothek, eine dort gezeigte Aufnahme gibt es auch bei YouTube, http://www.youtube.com/watch?v=33vwVFSq3GY - von unserer Dozentin hochgeladen und aufgenommen. Unter dem Stichwort Bühnenschwellen sind da noch die anderen Ergebnisse des Seminars zu sehen.
Der Sound ist eine Collage von ein paar Stücken von dem Soundtrack von Fluch der Karibik, mit ein paar Geräuschen aus dem Internet, ganz einfach auch mit Premiere zusammengeschnitten. Da wir live für die Bühnenbilder Umbaupausen brauchten, ist der Sound darauf zugeschnitten, deshalb gibt es zwischendurch diese schwarzen Bildschirme.

Dienstag, 8. November 2011

Meet-Up mit Kant

Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: DER BESTIRNTE HIMMEL ÜBER MIR, UND DAS MORALISCHE GESETZ IN MIR. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise, suchen und bloß vermuten; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewusstsein meiner Existenz. Das erste fängt von dem Platze an, den ich in der äußern Sinnwelt einnehme, und erweitert die Verknüpfung, darin ich stehe, ins unabsehlich-Große mit Welten über Welten und Systemen von Systemen, überdem noch in grenzenlose Zeiten ihrer periodischen Bewegung, deren Anfang und Fortdauer. (Das zweite fängt von meinem unsichbaren Selbst ...an..., und stellt mich in einer Welt dar, die wahre Unendlichkeit hat, aber nur dem Verstande spürbar ist...
Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 300.
...erste gehversuche in einem neuen text-bild-seminar. Inspiration durch Stopmotionfilme auf der KiBum heute und von dem Film "Midnight in Paris", Woody Allen!, gestern.

Dienstag, 22. März 2011

bunte Karten für Gewalt

Gewalt!
Die Faust links ist wohl das Symbol schlechthin dafür.
Doch was für Aspekte außer Wut, schlagen, Schmerz, Aggression, aufeinanderprallen usw. gibt es noch?
Für ein Philosophie-Fachdidaktik-Seminar bastele ich gerade viele GEWALT-Kärtchen, die einen bestimmten Aspekt beleuchten, provozieren, verdeutlichen usw. sollen. Zielgruppe Schüler sp 7.-9. Klasse, deswegen z.B. der Vokabeltest oder das Lästerbriefchen.
Die ersten 5 sind dreidimensional von wegen Stoff, Wolle, Draht, Feder, Papier, Pflaster.



































































Freitag, 11. Februar 2011

wieder: von Freiheit, Eigenverantwortung und auch Handschuhen

Mein erster Post von meinem neuen Computer!
Trotzdem, die "Kehrseite": Ich "darf" ihn sozusagen noch nicht benutzen, da ich morgen eine letzte große Klausur schreibe und heute den ganzen Tag lernen musste. Jetzt erlaub ich mir aber mal zur Pause was.
Heißt, mir sind die Hände gebunden, kaum Bewegungsfreiheit - und das hab ich mir durchs freiwillige Studium natürlich selbst aufgelastet.
Ich habe mich aber nicht nur dafür freiwillig entschieden, sondern auch dazu, mir selbst Handschuhe zu stricken: und zwar Fäustlinge, siehe Bild links. Auch in Fäustlingen hat man kaum Bewegungsfreiheit - vor allem, wenn man so etwas freizeitmäßiges wie draußen Fotografieren machen will (zum Beispiel).
Das, also das Fotografieren draußen, habe ich nämlich als kleine Belohnungs-Erholungs-Pause zwischendurch getan vorhin - mit Fäustlingen hat sich's aber mit dem freien Bewegen.
Aber, da sie ja selbst gemacht sind: Hier kommt wieder die "Kehrseite":
Man kann den wärmenden Deckel abnehmen (Siehe zweites Bild rechts) und heraus kommt die Fingerfreiheit (die für's Detail), die man für ein gutes Leben braucht. Und wenn da dann nicht mehr die gute wärmende Wolle, bzw. die schaffende Hand völlig frei wäre - dann würde man wohl so schnell einfrieren, dass man gar nichts mehr schafft.
Tja, da sieht man's mal wieder: Alles kann eine positive oder negative Kehrseite haben, wenn man's sich selbst richtig gestaltet - Sei's das Studium oder der Handschuh. Ohne geht's aber nicht:)

Mittwoch, 19. Januar 2011

Düster und schmierig. Lass Dir keine Zirkuskarte andrehen!

Der zarte Bär
Malen? Also schneiden, ja, Einzelteile zusammenstückeln - das mache ich sonst gerne. Eben Photoshop live aus Papier und am besten Fotostücken. Und das dann fotografieren und wieder zu Photoshop.
Na ja, auch wenn meine Lieblingsmedien eher digital sind oder irgendwas mit Fotos zu tun haben (alles, wo man nicht ewig an einem Quadratzentimeter Bild sitzt) - hier mal was mit Malerei. Und Geschnipsel. Denn wenn man ein großes Bild, Thema Zirkus, Hauptfarbe grau, mit Ballerina und Feuerspucker, als Geschenk basteln will, ist es manchmal am einfachsten, größere weiße Flächen mit Farbe zuzuschneiden, als mit ausgewählten Ausschnitten (oder Kreidezeichnungen von mir, wie hier) zu füllen. Noch besser kann man dann das bemalte Papier zuschneiden und wieder zur guten Photoshopcollagetechnik zurückkehren. Auch wenn die "Brushes" echte Haarpinsel, die nicht Blümchenranken usw. stempeln können, waren.
Da ich das Bild wie gesagt verschenkt habe, ist die Komplettansicht nur dieser Person vorenthalten;) Hier gibt's die digital erstellten Ausschnitte. Nicht jeder würde zu einem gemalten Bild Krams von wegen Photoshopanalogien schreiben, aber ich tu mich einfach schwer mit den klassischen künstlerischen Medien Malerei und Zeichnung, (ich mag nämlich meinen Computer, bzw. die Erfindung usw.) das musste ich mal "verarbeiten".
Feuerspucker. Ach, und auch ein etwas unphysikalischer Elefant.
dargestellt: Seiltänzer und auch Licht.
Elefanten.

Dienstag, 28. Dezember 2010

kuscheliges sylvester

Sylvester wird kuschelig!
nicht hart, knallhart, spritzig, fetzig, versoffen, kalt, geil, abgefahren, laut, absturzgefährdet, bombe, primitiv, gefährlich, knallig, gemeinschaftlich, super, krass, lustig, langweilig, traditionell, extrem, nett, ruhig, liebevoll (...) oder teuer - nein, es wird kuschelig. (auch wenn alles andere natürlich auch dargestellt werden könnte. ich rede natürlich wieder von der besonderen materialität des bildes, feuerwerk aus wolle, stoff und perlen.)
Man kann mit den Häusern kuscheln und mit den Fenstern und mit der Stadt und mit dem Licht und mit dem Himmel und mit der Nacht und mit den Menschen und mit der Straße und mit den Stühlen und mit dem Raclette und mit dem Sekt und mit den Freunden und mit dem Fernseher und mit dem Tisch und mit der Flasche und mit dem Glas und mit dem Blei und mit der Kerze und mit der Wunderkerze vor allem und mit den Knallerbsen und mit den Knallbonbons und mit dem Zimmerfeuerwerk und mit dem Feuerzeug und mit den Böllern und mit den Knallteppichen und Knallfröschen und mit den Raketen und mit den Feuerrädern und mit den Fontänen und mit dem Feuer und mit der Glut, also kurz: mit dem tollen Sylvesterfeuerwerk kann man kuscheln und die Funken davon kann man sogar auf eine Perlenketten aufziehen.
na ja, vielleicht - in der realität - auch nicht. mal gucken, was kommt.

Sonntag, 5. Dezember 2010

erklärung

ERKLÄRUNG FÜR DEN VORANGEHENDEN BLOGPOST!
das ist er übrigens, der gute immanuel kant bzw. sein überwiegend zweidimensionales puppenabbild. er sitzt hier auf seinen vier hauptwerken und vor seiner heimatstadt königsberg. er ist natürlich nur eine zusammenimaginierte darstellung aus bekannten portraits, siehe oben.ach ja: er ist philosoph, ganz schön dick einflussreich und so, 18. Jahrhundert. liest man in der uni rauf und runter. Aufklärung, Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik, alles dabei, und noch einiges mehr. aber ich wollte jetzt eigentlich nur meine figur hier zeigen;)
(soll erklären, wer der auf dem gameboyschlitten durch den schnee rutschende manteltyp des vorigen posts wirklich ist:) )

der rutschende kant

uaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh!
da rutscht er. auch hochintellektuelle leute wie immanuel kant (den soll diese puppe darstellen), tun manchmal neben ihrer lehnstuhlphilosophie auch etwas sinnlos-lustiges an der - momentan SEHR - frischen luft. und da wir schon so schön sinnlos sind, ist der schlitten, (das geheimnis ROSEBUD des medienmoguls charles foster kane aus citizen kane, so nebenbei, um etwas sinn herzustellen) auch weiter ganz dadaistisch ein gameboy - man wird doch wohl noch ein wenig spielen dürfen.

aber ich muss noch erwähnen: der gute kant könnte den schnee nicht genießen, hätte er nicht seinen mantel an!! denn mit kälte bleibt man bewegungslos, so wie jedes einzelne bild dieser bilderfolge ja eigentlich auch ist.
(es lebe der dadaismus (anti-floskel), die philosophie, der gameboy und die wärme - kleine nachricht an den C. :) )  ach und sorry, dass es trotz der ganzen erleuchtung ein wenig dunkel geworden ist.

Sonntag, 3. Oktober 2010

zimt und zucker nur für pfannkuchen?

Na ja, Pfannkuchen sind wohl eher was für Mondgesichter - ich rede immer noch über Darstellungsformen. Auch wenn ZIMT eigentlich - ja was eigentlich? - was nicht besonders Tolles oder na ja, lecker, zu gewissen Zeiten teuer, aber nichts wirklich "männliches" oder so. Na ja, aber mann muss ja anfangs nicht nur auf die Konnotationen, sondern auch mal auf die Farbe achten. Haarfarbe.
Übrigens: ich dachte, es würde ein nettes Duftbild. Es riecht aber nicht nach heimeligen Pfannkuchen, sondern nach dem richtig schön dick aufgetragenen Flüssigklebstoff. (Eigenschaft=Droge? Da haben wir es ja. und das hatten wir auch schon beim Zucker ;) )

süße Pappe

... wenn man süße Motive hat, kann man sie doch auch einfach süß darstellen: materiell-süß könnte man es also machen. Basis allen Süßen ist... Zucker.
Ich muss sagen, süß ist eigenltich eher meine Katze, über "Jungs" redet man nur im Boygroupzeitalter so.
Durch was für Materialien stellt man also einen bestimmten Menschen dar? Vielleicht Holz, Stein, Watte, Salz, Pfeffer, Eisen... aus der Pfeffer-Sache ließe sich was machen, ich mag zwar Pfeffer, aber wenn ich ihn z.B. in der Nase habe, muss er weg.
Perfekt wäre Zucker für ein "nettes" blondes Mädchen, da man mit richtigem Licht das so schön glitzer-Edelsteinmäßig fotografieren könnte. Also: wertvoll.
... Man könnte sich weiter Materialien und Motive zusammendenken, aber: to be continued usw.

Freitag, 24. September 2010

La-La-Lernen ohne Aufpasser

Ich schreibe manchmal Artikel für meine alte Schülerzeitung. 
Hier ist ein neuerer, mit Gummibärchenstudenten:) Bild weiter unten.


(Lalala)
Hallo!
(Lalala, Ding Dong)
Stellt euch mal was ganz tolles vor. (lalala, dingeldongel, lalala) Ihr seid, was ihr seid, Schüler, aber ihr seid, was ihr einerseits seid und andererseits auch nicht seid: (lalala) frei. (lalala)
Stellt euch vor, es ist viertel vor 10 (lalala!) und ihr müsstet erst in einer Viertelstunde beim Unterricht sein. (LALALA!) Aber was heißt hier ihr „müsst“: ihr müsst gar nichts (ding dong ding dong)! Es wäre gar nicht schlimm, wenn ihr nicht zum Unterricht kommt. Niemand fragt nach einer Entschuldigung, niemand gibt euch einen Strich für nichtgemachte Hausaufgaben (LA! LA!) und niemand droht damit, „mal mit euren Eltern darüber zu reden“. Ihr müsst nicht zum Unterricht, ihr müsst nur kurz vor den Ferien einen großen Test über das Thema bestehen. Ihr könnt euch selber einteilen, wann ihr lernt. Ihr werdet nicht bestraft und müsst euch nicht entschuldigen, wenn ihr jetzt lieber zu Hause bleiben wollt. Niemand wird nachfragen.
(LaLalllllkkkkrrrrrr…) Okay, Musik aus. Kennt ihr „autogenes Training“? Eine Entspannungsübung, wo man auf seine Atmung achtet und dann ganz toll die Wärme spürt und so. Habt ihr vielleicht mal im Sportunterricht gemacht. Oft soll man sich dann bei Meeresrauschen vom CD-Player vorstellen, dass man auf einer Insel liegt und durch die Gegend fliegt oder so. Das habe ich gerade versucht, mit euch zu machen (ich hoffe, ihr lagt auch auf einer Entspannungsmatte und habt die sanfte Harfenmusik (àlalala) gehört). Bloß solltet ihr euch eine traumhafte Situation vorstellen. NICHT ZUM UNTERRICHT GEHEN ZU MÜSSEN, OHNE STRAFE – ist das nicht wirklich ein Traum? Selbst entscheiden können. Frei sein.
Solche Zustände herrschen aber nicht nur in Ländern, in denen rosa Zuckerwatte aus Schornsteinen fliegt und alle Menschen ständig Ringelrein tanzen: So was gibt es in dieser Welt. In Deutschland. In eurer Stadt. Also Oldenburg. Hier!
Und ich bin eine von diesen Glücklichen, „Freien“ geworden. Und ich war auch mal auf der Cäci.
Leider muss ich sagen, die Rede ist nicht von Schülern. Sondern von Studenten. Wie ihr vielleicht wisst, gab es letztes Jahr, 2009, ganz große Studentenproteste, Demonstrationen, Streiks. Denn die Studenten haben sich nicht frei genug gefühlt. Sie streikten aber nicht dagegen, dass sie studieren müssen, denn das tun sie ja „frei-willig“. Sie streikten für bessere Bildung. Und trotzdem ist das Ergebnis des Streiks für das Sommersemester 2010, zumindest in der Uni Oldenburg bei den Fächern, die ich kenne, dass die „Anwesenheitspflicht“ abgeschafft wurde. Früher wurde den Studenten ein Seminar nur angerechnet, wenn sie höchstens zwei Mal gefehlt haben (aber auch da mussten sie sich nicht entschuldigen). Jetzt müssen sie dem Dozenten, also dem Uni-Lehrer, wohl bekannt sein, er muss „das Gesicht mal im Seminar gesehen haben“, sie bekommen die Noten aber auch angerechnet, wenn sie nicht immer anwesend waren. Der Traum eines jeden Schülers? Kann man ohne Zwang besser arbeiten? Außerdem wird im Seminar zwar immer diskutiert und man muss sich mit Texten und so weiter vorbereiten, die Mitarbeit ist für die Endnote aber egal – es gibt keine mündlichen Noten in der Uni.
Stellt man sich sehr gut vor. Wenn man gerade sehr müde ist, weil man auf einem Geburtstag war oder ähnliches, geht man nicht zum Unterricht, sonst geht man aber hin und ist auch ganz toll engagiert, weil man studiert ja freiwillig und für sich selbst.
Jetzt stell ich euch noch ein anderes, wahres Szenario vor, das ich tatsächlich ziemlich genau so erlebt habe.
Psychologieklausur. „Multiple Choice“, das heißt Ankreuzen von richtigen Antworten, 24 Fragen mit je fünf Antwortmöglichkeiten. Ihr habt gelernt, sogar das ganze Wochenende, einen ganzen „Reader“, eine Art Buch mit vielen zusammengestellten Texten zum Thema, habt ihr durchgearbeitet. Es gab auch eine Psychologie-Vorlesung zum Thema, also etwas, was man in der Schule etwa „Frontal-Unterricht“ nennt: der Lehrer steht vor der Klasse (in diesem Fall vor etwa 300 Studenten) und erzählt, erzählt, liest vor, zeigt etwas mit dem Overheadprojektor, erzählt. Über diese Vorlesung schreibt ihr aber nicht den Test. Nur über die Texte.
Nun gibt es ein Problem: normalerweise sind etwa 300 Leute bei der Vorlesung, der Saal hat auch Platz für genau so viele. Jetzt wollt ihr den Test schreiben. Das geht aber nicht, denn jetzt sind plötzlich über 500 Leute hier im Saal, die zeigen wollen, dass sie in Psychologie eine gute Note verdient haben. Es muss also ein anderer Raum her. In einem zweiten Vorlesungssaal bekommt ihr einen Platz und einen Test. Ihr dürft anfangen, der Dozent geht aber in den anderen Saal und verteilt dort die Tests zum ausfüllen. Ihr wollt den Test ausfüllen, es ist aber sehr laut, die anderen unterhalten sich über den Test, über das Wochenende, lachen laut über die Situation. Alle schreiben ab oder rufen laut Fragen in den Raum. Zwischendurch kommt der Dozent wieder in den Raum. Dann ist es still. Man hört nur noch das Schreiben der Stifte. Als der Dozent aber wieder in dem anderen Saal Aufsicht führen muss, wird es wieder laut. Am Ende der Stunde gebt ihr den Test ab.
Nach einer Woche bekommt ihr die Ergebnisse. Es gibt hauptsächlich Einsen und Zweien.
Und das Beste: In Oldenburg muss man den Psychologie-Test im Studium machen, wenn man auf Lehramt studiert. Wenn man Lehrer werden will. Und später benotet, wie gut jemand gelernt hat – und nicht, wie gut abgeschrieben.

Die Abschlussfrage in Jana Sterns Artikel „Kann man ohne Lehrer besser lernen?“ lautet: „Würdest du lernen, wenn es keiner überprüfen würde und ohne Bestrafungen oder Sanktionen von Lehrern?“ Weiter schrieb sie von einer Studie, in der Oberstufenschüler teilweise sogar bessere Erfolge hatten durch selbstorganisiertes Lernen ohne Lehrer, also Aufpasser.
Mir persönlich gefällt es natürlich viel besser, selbst organisieren zu können, wann ich lerne. Aber man muss es auch tun. Und wenn das nicht geschieht, nützt auch die Möglichkeit des Abschreibens nicht – wenn alle um einen herum genauso wenig wissen wie man selbst (es gab sogar Fünfen bei dem Psychologietest!). Es mag ein tolles Erlebnis sein, sich während eines Tests nicht nur über diesen zu unterhalten – und neben den Witzen nachher auch noch gute Noten zu machen. Aber wundert euch nicht, wenn eure Lehrer euch später ständig bestrafen, weil sie nämlich nicht gelernt haben, dass das auch schlechte Folgen für’s Lernen haben kann. Denn auch das war für ein Thema des Tests.