Hussein Chalayan, Martin Margiela, Issey Miyake. Drei Designer. Erstelle gerade ein paar Bildern zu ein paar Designern (oder auch ein paar mehr) für's Studium, hier mal ein bisschen, was bei rumkommt. Da ich gerade nicht theoretisieren will nur kurz: Es geht um Konstruktion - und natürlich Dekonstruktion, da wir designenden ja alle studiert haben - von Kleidern. Nähen? na ja okay, das ist auch eine technische Art von Konstruktion. Körper - dreidimensionale Gebilde - kann man aber auch durch anderes konstruieren, wie z.B. durch Falten bei Issey Miyake. Und Chalayan konstruiert einfach mal wie ein Techniker oder Architekt, er benutzt z.B. das gleiche Material wie von Flugzeugen für sein Aeroplane Dress. Neukonstruieren kann man auch durch altes, recycletes, schon konnotiertes und gebrauchtes Material wie Margiela es tut, der macht aus Socken Pullover und noch alleilei andere Späße, so wie ich gerade anscheinend aus Muffinförmchen ein Kleid zusammensteckte, aus Pinseln Armbänder mache oder die anderen Sachen wo ich immer sehe, dass Blicke von Fremden erst einmal drei Sekunden hängen bleiben. Aber: Konstruiert werden nicht nur Kleider von Menschen mit ihren Händen, jedenfalls nicht nur unmittelbar. Das Kleid selbst konstruiert auch: und zwar Körper. Sein es durch die Form, Silhouette, die wie beim altmodischen Korsett sogar einquetscht oder die einfach nur Rundungen betont oder kaschiert oder sei es durch die abstrakte, eckige Form, die irgendein Dreiecksgebilde dem Körper überlegt. Und den Menschen als Träger verortet es. Und jetzt kommt es, der Satz der kommen musste: Die Konstruktion von Geschlecht. und natürlich einigem anderen, dass uns auferlegt wird. Ob darunter eine "tabula rasa" (in etwa leere Tafel, wie ein leeres, unbeschriebenes Blatt) liegt - och, keine Ahnung. Ich kann es nähmlich gar nicht runterkonstruieren, es geht ja unter die Haut.
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Freitag, 7. September 2012
Montag, 16. Juli 2012
Geschmack
| BRAVO |
(und jetzt: ein kleiner Tagebucheintrag aus Datumsanlässen. Einjähriges.)
Die Theorie und die Praxis.
Für mich untrennbar.
Die Theorie - seien es Konzepte, Begriffe, Bücher, das Schreiben das Denken. Die Praxis - sei es was mit den Händen gemachtes, Fotografiertes, Geschriebenes, Gesprochenes oder Gelebtes. Wobei diese Begriffe gar nicht aufzuschlüsseln sind, beides ist verbunden. Ebenso würde ich niemals sagen, ich hätte Hobbys nur neben der Uni, da es mir sehr wichtig ist, mein ganzes Leben so zu gestalten, dass es zu jeder Tageszeit möglichst freiwillige, autonome Gestaltung ist - deswegen mein häufiger Satz, dass ich "aus Spaß" studiere.
...Letztes Jahr war ich das vierte Mal in einem Fach Erstsemester. Heute bewarb ich mich für noch ein weiteres Fach, sodass es dann hoffentlich insgesamt vier sind.
Jetzt übertreibt sie!
...Mitte Juli.
Heute vor einem Jahr bewarb ich mich für Materielle Kultur.
Und zwar mit diesen Bildern (unter anderem).
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| BRAVO GIRL |
Nacktheit, Selbstdarstellung, Inszenierung, Offenheit, Entblößung, Peinlichkeit, Künstlichkeit.
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| Neon |
Suche nach Stil. Stilmerkmalen, Gruppen, Szenen, Schichten. Geschmack, Wahrnehmung, Design. Zusammenhänge. Und vor allem: die eigene Mode, die eigene Zuordnung.
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| Junge Welt |
Über dieses Projekt: Die Basis ist die Frage nach Mode. Und Geschmack. Und Gruppen. Und wie das alles entsteht sowie die Wechselwirkung untereinander. Und das Schöne - das frage ich mich immer noch im Studium, finde viele Begriffe dafür - genau das bietet mir also der Studiengang. Heute also eine Hommage an Materielle Kultur und ein Brief mit vielen impliziten Herzchen. Ein zu Hause, wie als wenn sich ein Kreis schließt, das hat was mit Kindheit, Pubertät und Studiengangwechseln zu tun, aber das ist eine andere Geschichte.
Begriffe. Normen. Nicht nur "was ist schön" ist zwar subjektiv, entsteht aber nicht einfach so, sondern wird auch ein wenig gebildet, reproduziert, übernommen. Auf jeden Fall brauchen wir die Sinneseindrücke für diese Werte.
... Zeitschriften! Modezeitschriften! Bravo, Bravo Girl. Aber auch die Junge Welt und die Neon. Zeitschriften für Zielgruppen. Und wie ist es umgekehrt? Werden Zielgruppen durch Zeitschriften gebildet? Und wie offen ist die Perspektive?
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| Junge Welt |
Habitus. Vielleicht fing alles an mit dem "Unterschichtenfernsehen"-Seminar 2010...
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| BRAVO GIRL |
Körper, Haltung, Haut, Haar, Oberfläche. Konstruktion, Schönheit. Blick.
| BRAVO |
Und immer wieder diese zitierte Populärkultur.
Nebenbei: aus Zeitschriften bzw. einer Zeitung ausgeschnittene und zusammengeklebte Brillen. Form dieser, Tragehaltung, Styling etc. versucht der Zielgruppe angepasst. Eigene Fotografien. Juli 2011.
Montag, 11. Juni 2012
es ist verwirrend gerade, aber es macht schon spaß
Form.
und Körper, gewohnt. ungewohnt.
verändert.
Eine Körpererweiterung.
Projekt: Materielle-Kultur-Studium, einfache Körpererweiterung aus sich im Haus befindlichen Materialen basteln. Bei mir ist es ein Aluring-Maibaum-Haareif geworden;) ...Assoziationen zu Figurenformen aus populären Medien sind erlaubt, aber sind nicht das einzige auf der Welt. Fotos von der wunderbaren L., die selber auch experimentierte, alles stark gephotoshopt von mir. (Farbexperimente für Langzeitprojekt, Testphase.)
Und: Hui, es ist zum Haare-zu-Berge-Stehen gerade, verwirrend, aber auch spaßig. Aufwirbelnd und - ja, ich weiß nicht wo mir der Kopf steht;)
Unter den Puppen.
Dienstag, 22. Mai 2012
Außer Atem
Ein Liebesfilm.
Mein Lieblingsfilm, noch einmal geschaut für ein Kurzreferat. Außer Atem: Auch, wegen Referatemaraton heute. Hier: da ich beim Filmeschauen immer etwas anderes dabei tun muss (vom Bedürfnis her) - Skizzen und collagierte Filmzitate von nebenbei.
Mein Lieblingsfilm, noch einmal geschaut für ein Kurzreferat. Außer Atem: Auch, wegen Referatemaraton heute. Hier: da ich beim Filmeschauen immer etwas anderes dabei tun muss (vom Bedürfnis her) - Skizzen und collagierte Filmzitate von nebenbei.
Sonntag, 13. Mai 2012
Haltende
Student, Uni, Referatzuhören.
Studentinnen, Uni, Referathalten.
noch mehr Zuhörende.
noch mehr Haltende.
...Aber!
da sagt doch der Dozent: Was sind denn das hier für Karikaturen? ...Skizzen aus Uniseminaren, digital (farbig, Schatten) nachbearbeitet. Falls sich jemand wiedererkennt: Personen sind nur Ausgangspunkte, ich wollte komische Menschen zeichnen und (Uni)Klischees. Aber - wie man an den Köpfen sieht: ist ja eh alles nur appliziert, vor-gehalten:)
noch Einwände? Einhalt? Etwas vorzuhalten?
...dann zieht man sich lieber kritisch zurück.
Dienstag, 24. Januar 2012
entdeckend
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| "Die Entdeckung", Magritte 1927 |
...nach dem Durchblättern des Portfolios eines Gothic-Fotografen (warum auch immer ich das tat) hatte ich Lust auf simples Überlagern von Texturen auf übertrieben "glatte" Bilder - ein paar Techniken entdecken, hatte ich noch nicht gemacht, sowas.
- Ein altes "Magritte nachgemacht"-Projekt fortgeführt:
So ist die Vorlage "Die Entdeckung" von René Magritte von 1927,
Hier ist eine Frau auf der (ganz nackten) Haut mit Holzstrukturen bemalt (eigentlich nicht überlagert, wie es dann heute ist) - was das bedeuten soll, weiß ich nicht, jedenfalls dachte ich zuerst, das sollten Tigerstreifen sein (deshalb erstes, altes Bild, siehe unten).
Zusätzlich: In letzter Zeit habe ich Lust auf künstliche Popkultur und deshalb als Bastelvorlage Fotos meiner "Lady Gaga"-Reihe (was den komischen Haarball auf meinem Kopf bedingt, zitiert die Haarschleife).
Montag, 16. Januar 2012
Ein Dreieck, das auf der Spitze steht, kippt leicht um
Das Zerfallen in Fragmente.
Die dann ihr Eigenleben entwickeln
(Ich zitiere Lady Gaga und diverse moderne Grafiker und habe eine Brille ohne jegliche Sehstärke, die aus einer BRAVO GIRL besteht.
Sonntag, 1. Januar 2012
Strukturen - sozial, produktiv und meditativ-wiederholend
Weihnachtsferien.
"Nicht zuletzt darum steht vorweg das, was ich außerhalb der umzirkelten Arbeitszeit tue, nicht im strikten Gegensatz zu jener." (Th. W. Adorno, Freizeit, in Kulturkritik und Gesellschaft, S. 647)
Vorlesungsfreie Zeit als eine Nicht-Uni-Zeit (der Wahrheitsgehalt dessen ist anfechtbar, was mir jeder Textilstudent bestätigen wird, aber aber die Zeit definiert sich ja hauptsächlich durch die Abwesenheit des Unimediums Vorlesung bzw. Seminar, nicht von der inhaltlichen / Schreib- Beschäftigung)
("Allerdings bin ich dessen mir bewusst, dass ich als Bevorzugter spreche, mit dem Maß an Zufälligkeit und Schuld, das darin liegt; als einer, der die seltene Chance hatte, seine Arbeit wesentlich nach den eigenen Intentionen auszusuchen und einzurichten" (Adorno, ebenda.) - man darf die Freiwilligkeit dieser Nicht-Freizeit also nicht vergessen.)
Mit dem Bild oben thematisiere ich also das produktive Schaffen, das nicht im Gegensatz zur nicht-Freizeit, also Arbeit bzw. Uni steht. "Produktive Freizeit wäre möglich erst mündigen Menschen, nicht solchen, die unter der Heteronomie auch für sich selber heteronom geworden sind." (der coole Adorno, S. 652)
Aber ist das denn wirklich so? Wie ist mein Blick hier durch irgendwelche soziale Strukturen verstellt? (Wobei hier sichtbar die Kamera als Filter bzw. Brillenglas eingesetzt ist)
"Nicht zuletzt darum steht vorweg das, was ich außerhalb der umzirkelten Arbeitszeit tue, nicht im strikten Gegensatz zu jener." (Th. W. Adorno, Freizeit, in Kulturkritik und Gesellschaft, S. 647)
Vorlesungsfreie Zeit als eine Nicht-Uni-Zeit (der Wahrheitsgehalt dessen ist anfechtbar, was mir jeder Textilstudent bestätigen wird, aber aber die Zeit definiert sich ja hauptsächlich durch die Abwesenheit des Unimediums Vorlesung bzw. Seminar, nicht von der inhaltlichen / Schreib- Beschäftigung)
("Allerdings bin ich dessen mir bewusst, dass ich als Bevorzugter spreche, mit dem Maß an Zufälligkeit und Schuld, das darin liegt; als einer, der die seltene Chance hatte, seine Arbeit wesentlich nach den eigenen Intentionen auszusuchen und einzurichten" (Adorno, ebenda.) - man darf die Freiwilligkeit dieser Nicht-Freizeit also nicht vergessen.)
Mit dem Bild oben thematisiere ich also das produktive Schaffen, das nicht im Gegensatz zur nicht-Freizeit, also Arbeit bzw. Uni steht. "Produktive Freizeit wäre möglich erst mündigen Menschen, nicht solchen, die unter der Heteronomie auch für sich selber heteronom geworden sind." (der coole Adorno, S. 652)
Aber ist das denn wirklich so? Wie ist mein Blick hier durch irgendwelche soziale Strukturen verstellt? (Wobei hier sichtbar die Kamera als Filter bzw. Brillenglas eingesetzt ist)
Der lustige Mensch mit Herz, der nicht nur die Strukturen reproduziert (blablabla) - mein erster Strukturenversuch.
Man sieht vielleicht, das sich wiederholende Muster dieser Bilder ist eben das Muster, eine Struktur neben der versuchten wiedererkennbaren Abbildung.
Meine anfängliche Intention war hier, gegen einen typischen Fokus beim zeichnerischen Arbeiten zu arbeiten: sonst beschäftige ich mich gerne lange mit der Herausarbeitung z.B. der Augen, dem "Schönen", wichtigen, der Rest wird nur mit Strichen angedeutet. Struktur von Flächen wird vom Original übernommen.
So wollte ich brechen, indem ich die bedeutungslose Farbfläche füllte, mit (ebenso bedeutungsloser) nicht-Flächigkeit. Die Haupt-Arbeitszeit geht hier auf ein rein ausführendes Striche-Setzen, was den Blick auf die Objektvorlage gar nicht mehr verlangt. So ist es erstellen von
Struktur, ausführende meditative Produktion neben der Reproduktion und Erzeugen von angepasster Ähnlichkeit.
Man sieht vielleicht, das sich wiederholende Muster dieser Bilder ist eben das Muster, eine Struktur neben der versuchten wiedererkennbaren Abbildung.
Meine anfängliche Intention war hier, gegen einen typischen Fokus beim zeichnerischen Arbeiten zu arbeiten: sonst beschäftige ich mich gerne lange mit der Herausarbeitung z.B. der Augen, dem "Schönen", wichtigen, der Rest wird nur mit Strichen angedeutet. Struktur von Flächen wird vom Original übernommen.
So wollte ich brechen, indem ich die bedeutungslose Farbfläche füllte, mit (ebenso bedeutungsloser) nicht-Flächigkeit. Die Haupt-Arbeitszeit geht hier auf ein rein ausführendes Striche-Setzen, was den Blick auf die Objektvorlage gar nicht mehr verlangt. So ist es erstellen von
Struktur, ausführende meditative Produktion neben der Reproduktion und Erzeugen von angepasster Ähnlichkeit.
Doch: "Unter den herrschenden Bedingungen wäre es abwegig und töricht, von den Menschen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie in ihrer Freizeit etwas Produktives vollbrächten; denn eben Produktivität, die Fähigkeit zum nicht schon Dagewesenen, wird ihnen ausgetrieben. Was sie dann in der Freizeit allenfalls produzieren, ist kaum besser als das ominöse Hobby, die Nachahmung von Gedichten oder Bildern, die unter der schwer widerruflichen Arbeitsteilung, andere besser herstellen können als die Freizeitler. Was sie schaffen, hat etwas Überflüssiges. Diese Überflüssigkeit teilt sich der minderen Qualität des Hervorgebrachten mit, die wieder die Freude daran vergällt." (Adornolein, S. 651)
Muster als ständige Wiederholung. auch erscheinen mir manche "meiner" Produkte (wie dieses Bild eines Weihnachtsbaumes, was schließlich nach den ganzen Tuschespritzereien und Finelinerlinien entstand) wie eine Kopie bestimmter Ikea-Designs oder diversen Kulturindustrie-Dekorationen.
Muster als ständige Wiederholung. auch erscheinen mir manche "meiner" Produkte (wie dieses Bild eines Weihnachtsbaumes, was schließlich nach den ganzen Tuschespritzereien und Finelinerlinien entstand) wie eine Kopie bestimmter Ikea-Designs oder diversen Kulturindustrie-Dekorationen.
Aber,
ABER:
"Wann immer das Verhalten in der freien Zeit wahrhaft autonom, von freien Menschen für sich selbst bestimmt ist, stellt Langeweile schwerlich sich ein; dort ebensowenig, wo sie ihrem Glücksverlangen ohne Versagung folgen, wie dort, wo ihre Tätigkeit in der freien Zeit selbst vernünftig als ein an sich Sinnvolles ist. Noch Blödeln bracht nicht stumpf zu sein, kann selig als Dispens von den Selbstkontrollen genossen werden." (Typ, S. 650).
ABER:
"Wann immer das Verhalten in der freien Zeit wahrhaft autonom, von freien Menschen für sich selbst bestimmt ist, stellt Langeweile schwerlich sich ein; dort ebensowenig, wo sie ihrem Glücksverlangen ohne Versagung folgen, wie dort, wo ihre Tätigkeit in der freien Zeit selbst vernünftig als ein an sich Sinnvolles ist. Noch Blödeln bracht nicht stumpf zu sein, kann selig als Dispens von den Selbstkontrollen genossen werden." (Typ, S. 650).
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